Gerlach Könges (am 12. Juni 1616 in Salmrohr getauft ) trat zum 1. Januar 1651 nach dem Tod des Pfarrers Johannes Wettelsdorff (Ende Oktober 1650) durch Einsetzung des Abtes von St. Eucharius/St. Matthias in Trier, Martin Feiden (Wappen), die Pfarrstelle in Trittenheim an.

Bis dahin übte der Mittdreißiger Könges seinen priesterlichen Dienst in Mehring am Altar der Heiligen Anna als Altarist aus. Doch schon vor seinem Antritt als Pfarrer und vor seiner Ernennung zum 'pastor' war, wie aus einem im Monat Oktober 1650 niedergeschriebenen Verlobungskontrakt (vgl. BATr 72, 855, 1, S. 259) hervorgeht, Könges für einige Zeit in Trittenheim aktiv, und zwar als Vertretung für den kranken Pfarrer Wettelsdorff.

Beim Amtsantritt wurde ihm das Tauf- und Sterberegister überreicht; dort findet sich seine handschriftloche Notiz, dass er eine besondere Beziehung zur Marienfrömmigkeit hatte: Er wünscht sich von dem allmächtigen Gott und von der Seligen Jungfrau Maria, “patrona mea” “meiner Patronin”, für seine künftige Aufgabe den entsprechenden Erfolg, und erklärt Maria auch zur “patron[a] huius parochiae” “Patronin dieser Pfarrei” (BATr 72, 855, 1, S. 59). Zu Beginn der in seiner Amtszeit festgehaltenen Verlobungsabsprachen im März 1651 nennt er im Anschluss an die Heiligste Dreifaltigkeit die Heiligen Clemens, Sebastian, Rochus und Nikolaus und schließlich auch die “B.[eata] Virgine MARIA Singulari patrona mea et o[mn]ium huius locis” (BATr 72, 855, 1, S. 261), d. h. “die Selige Jungfrau MARIA, meine persönliche Patronin und aller [Menschen] dieses Ortes”.

Diese eigenhändig formulierten Bekenntnisse zu Maria unterstreicht ein weiteres, älteres Dokument: Könges war, wie erwähnt, vor seiner Pfarrzeit an der Clemenskirche als Altarist in Mehring tätig. Der Mehringer Pfarrer Heinrich Orth hatte 1636 inmitten der Wirren des Dreißigjährigen Krieges eine Rosenkranzbruderschaft gegründet. Im "Libellus fraternitatis ssmi Rosarij", dem Bruderschaftsbuch „vom heiligsten Rosenkranz“, findet sich folgende Notiz (um 1643/44): “Rdus Dns Gerlacus Könges Altarista altaris Stae Annae Nicolai et Rochi” (BATr 71, 144, 413, S. 4) “Der Hochwürdige Herr Gerlach Könges, Altarist des Altares von St. Anna, Nikolaus und Rochus”. Könges war also seit dieser Zeit Mitglied der Mehringer Rosenkranzbruderschaft und dürfte selbstverständlich den Kontakt über die Jahre hin, in denen er als Pfarrer von St. Clemens wirkte, aufrecht erhalten haben.

Für Könges scheint sich an seinem Todestag das zu vollenden, was er sein Leben hindurch erstrebte, nämlich die Gemeinschaft mit Maria, der Gottesgebärerin: Könges starb 1688 den 15. August, am Fest der Aufnahme der Seligen Jungfrau Maria: Im ersten Kirchenbuch (BATr 72, 855, 1, S. 104) findet sich der Eintrag: "Obiit admodum Reverendus Dominus Gerlacus Könges Pastor hujus Parochiae et capituli Definitor senior anno 1688 ipso festo assum[p]tionis Beatae Mariae Virginis omnibus Sacramentis pie munitus cujus anima requiescat in pace. amen"; (vgl. weiterhin BATr 72, 855, 1, S. 413; BATr 72, 855, 3, S. III).

Könges war der inspirierende Geist bei der Aufstellung der Bildstöcke aus dem Jahr 1654 und auch er selbst errichtete einen Bildstock mit der Inschrift:

R D GERLACVS KONGES SALM
ROHRENSIS PASTOR TRITTE
MIVS HANC EFFIGIEM AD M·D· ET SS
SACRAMENTI GLORIAM EREXIT
EGREDIEMINI ET VIDETE FILI
AE SION REGEM SALOMO
NEM IN DIADEMATE QVO
CORONAVIT ILLUM
MATER SVA  CANT·3

(Übersetzung):
Ao 1654 27 IVNY
Der hochwürdige Herr Gerlach Könges aus Salmrohr,
Pfarrer in Trittenheim,
hat diesen Bildstock zur größeren Herrlichkeit Gottes und des Allerheiligsten Sakramentes errichtet.   
Kommt heraus, Zions Töchter,
und schaut den König Salomo mit der Krone,
womit seine Mutter ihn krönte. Hld. 3[,11a].   
Im Jahre 1654, am 27. Juni.

Sein Wappen zeigt in einem spitz zu laufenden Oval oben einen sechszackigen Stern, darunter ein Band mit vier gefüllten Kreisen und im unteren Bereich die Initialen GK.Das Wappen findet sich nochmals als Spolie eingemauert in der Friedhofsmauer an der Trittenheimer Kirche.