13.05.2015

Fortsetzung

Am 30. September 1965 starb der aus Trittenheim gebürtige )Dompropst Kaspar Kranz. Geboren wurde er am 31. August 1879 als Sohn Clara Schumacher (aus Baumholder) und Matthias Joseph Kranz, dessen Vorfahren in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus Neumagen nach Trittenheim zogen. Nach dem Besuch der Volksschule wechselte er an das Trierer Konvikt und besuchte dort das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, an dem er zu Ostern 1901 sein Abitur ablegte. Nach den theologischen und philosophischen Studien am Trierer Priesterseminar erhielt er 1905 die Priesterweihe. Seine Primiz feiert der Neupriester am 11. April 1905 in Trittenheim. Sein seelsorgliches Wirken als Kaplan beginnt er in Wittlich (bis 1908), wo er sich vehement für die Zentrumspartei einsetzte. Von dort wurde Kranz als Religionslehrer nach Koblenz an die Ursulinenschule versetzt, wo er zugleich die Aufgaben des Rektors wahrnahm. Weitere Stationen als Pfarrer sind ab November 1918 Gillenfeld und von November 1921 an Bad Kreuznach. Dort wurde er 1926 zunächst zum Definitor gewählt, bevor er im Oktober des folgenden Jahres das Amt des Dechanten des Dekanates Kreuznach antritt. Seine Ernennung zum Domkapitular in Trier erhielt er Ende 1935, in dieses Amt eingesetzt wurde er aber erst im Februar 1936. Wenige Wochen später folgte die Ernennung zum Geistlichen Rat. Seit 1937 fungierte er als Berichterstatter des Diözesanverwaltungsrates, seit 1941 als Prosynodalexaminator des Bischofs. Im Februar 1942 geriet er wegen Verbreitung der '30 Programmpunkte der nationalen Reichskirche Deutschlands' in die Klauen der Gestapo und wurde verhört. Im September 1944 wird ihm das hohe Amt des Dompropstes übertragen. Seit 1947 trägt Kranz den Titel Päpstlicher Hausprälat. Aus Anlaß seines goldenen Priesterjubiläum wurde Kaspar Kranz 1955 mit dem Titel Apostolischer Protonotar bedacht und erhielt im gleichen Jahr für seine Verdienst vom Bundespräsidenten Theodor Heuss das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Besondere Verdienste erwarb er sich um den Trierer Dom, der im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden erlitten hatte und um deren Behebung er sich so intensiv eingesetzt hatte, dass der Dom schon am 1.11.1946 wieder ganz in Dienst gestellt werden konnte. Als Dank für seine Fürsorge widmete ihm die Trierer Mundartdichter Cläre Prem 1960 ein Gedicht „Dän Dum öß widder ganz“ zu seinem Namenstag. Schon 1958 hatte die Stadt Trier ihm als einem der ersten das neu geschaffene Ehrensiegel verliehen. In Trittenheim ist sein Name mit dem 1947 geschaffenen Kreuzweg des Trierer Kriegsheimkehrers Josef Engel verbunden, der heute entlang der Weinberge zur Laurentiuskapelle führt. Als Kaspar Kranz am 30. September 1965 starb, wurde in einer großen Zahl von Nachrufen auf seine große Bedeutung als Seelsorger, Politiker und Mensch hingewiesen. Zu seiner Beerdigung kamen aus Rom der beim Zweiten Vatikanischen Konzil anwesende Trierer Bischof Matthias Wehr und Weihbischof Bernhard Stein zurück, um mit einer großen Trauergemeinde Abschied zu nehmen. Sein Grab fand der Sohn einer Trittenheimer Handwerkerfamilie im Innenhof des Domkreuzgangs.

Christoph Schmitt