... Fortan trägt er den Ordensnamen (Pater) Romanus.

Seine Priesterweihe dürfte er um 1762 empfangen haben. Bis zur Säkularisierung 1802/03 blieb er dem Ordensleben verbunden und wirkte in dieser Zeit in verschiedenen Leitungspositionen der rheinischen Provinz. Zwischen 1767 und 1775 lehrte er in der Cochemer Niederlassung Theologie.

Vom Orden berufen nimmt er verschiedene Male die Funktion des Guardian, d. h. des Vorstehers wahr: in dieser Aufgabe finden wir ihn in den Kapuzinerklöstern Cochems (1774-1777), Bornhofens (1779 bis 1780 und 1783 bis 1784), Bernkastels (zwischen 1780 und 1785) und Ehrenbreitsteins (1785 bis 1786). Dem so in Führungsaufgaben Bewährten übertrug der Orden gleich zweimal die Verantwortung für die Rheinische Provinz als Provinzial, so in den Jahren 1788 bis 1791 und 1794 bis 1797, in einer Zeit, da das Ende der Ordensgemeinschaften seitens der französischen Regierung sich unaufhaltsam näherte.

Matthias Johann Schue scheint sich, folgt man der Notiz Christian von Strambergs, nach Trier gewandt zu haben und zunächst als Weltpriester in der Seelsorgetätig geworden zu sein. Der seit 1802 in Trier wirkende Bischof Charles Mannay(1745-1824) berief den ehemaligen Kapuziner im Zuge der Neueröffnung des Priesterseminars und des damit verbundenen Lehrangebots 1805 auf die Professur für die Fächer Dogmatik und Kirchengeschichte. Gleichzeitig übertrug er ihm die Aufgabe des Spirituals am Bischöflichen Priesterseminar.

Seine Professur nahm Schue jedoch nur noch bis einschließlich des Jahres 1806 wahr. Am 31. Dezember 1821 endete sein arbeitsreiches Leben in Trier im Alter von 85 Jahren. Überblickt man die Stationen dieses Lebens, so erkennt man im Vorausblick auf den Lebensweg Engelbert Schues manche geographische Konvergenz: Bernkastel, Ehrenbreitstein und zuletzt Trier. Und es legt sich die, leider durch keine (autobiographische) Quelle  begründbare Vermutung nahe, daß Engelbert in seinem Onkel einen nicht unwichtigen Förderer seines Lebensweges gefunden hatte.

Literatur: 

Christoph Schmitt, Engelbert Schue (1772-1847). Theologe und Domkanonikus aus Trittenheim. Teil I, in: Jahrbuch 1994 für den Kreis Bernkastel-Wittlich, Monschau 1993, S. 329-338, S. 330.