... Von Beruf her war er Schreiner und hatte im Laufe seiner insgesamt 54 Ordensjahre Stationen in Hildesheim, Münster, Köln und schließlich Trier durchlaufen, dort allein 20 Jahre. Hier übertrag man ihm die Aufgabe des Kurators der Jesuitenweingüter in Trittenheim. Bei seinem Tod hält man fest, er habe die Weinberge so gepflegt, dass der aus den Weingärten der Jesuiten geerntete Wein die Erzeugnisse der Nachbarn übertroffen habe. Besonders hervorgehoben wird, dass er selbst mit Hand angelegt habe und besonderen Wert auf ihre Düngung gelegt habe. Jeden Kuhfladen, so berichtet die Quelle, habe er aufsammeln und in die Weinberge tragen lassen. Man sieht, hier wurde konsequent einer biologisch-dynamischen Bewirtschaftung der Weg bereitet. Ebenso herausgestellt wird durch die Überlieferung, dass Theodor Gratzem an steilen, felsigen Stellen durch Sprengungen neue Weinbergsflächen gewann und neue Pflanzungen anlegen ließ. Aber auch die den Jesuiten gehörigen Äcker ließ er mit Bedacht bebauen, so dass es ihm gelang, in seiner Zeit in Trittenheim das alte und zerfallene Gebäude in kurzer Zeit durch einen Neubau, den heute noch in weiten Teilen erhaltenen Noviziatshof zu errichten. Dabei wirkte er selbst als Architekt. Er verstarb in Trier am 29. Januar 1753 an den Folgen eines Bruches im 71ten Lebensjahr im Novizenhaus.

Andreas Schüller, Die in Trier gestorbenen Jesuiten (1680‑1773), in: Trierische Heimat 3 (1926/27) 77‑78 und Andreas Schüller, Jesuiten-Laienbrüder im Rheinland und in Westfalen, in: Trierer Zeitschrift 2 (1927) 155-184.