... im Spiegel von Reiseführern und Lexika

Die Herkunft des Sponheimer bzw. späteren Würzburger Benediktiners Johannes Trithemius aus Trittenheim, der in der Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert hinein hohes Ansehen besaß, gab Anlass dazu, schon sehr früh den Interessierten an Trithemius auch etwas über seinen Geburtsort mitzuteilen. So taucht der Ortsname Trittenheim in geographischen Beschreibungen und Lexika zu einer Zeit auf, da kaum jemand diesen Ort als Ziel angesteuert hätte. Die nachfolgende Auswahl in chronologischer Ordnung gibt einen Einblick in diesen Spiegel der Dorfgeschichte.

Johann Hofmann, Trorbachische Ehren-Säul 1669

Johann Hofmann, Trorbachische Ehren-Säul : oder geschichtliche Beschreibung förderst der Fürstl. Spanheymischen Ober-Amts-Statt Trorbach an der Mosel, theils auch anderer Ohrt in derselben Gegend, sonderlich des dahin verbürgerten Haupt-fleckens Traben, Stuttgart Bey Johann-Weyrich Roeßlin 1669

S. 68:

Hierauff folgen nun die merckwürdigste Orthe, bey welchen der Mosel-Strohm theils durchhin, theils allernächst vorueber laeufft, mit mannigfaltigem // Nutzen, dieselbe entweder zu reinigen und zu erfrischen, oder auch ihre Befestigung, Fruchtbarkeit, Nahrung und Reichthim außbündig zu vermehren. [...] Auff der andern Seiten [=linkes Ufer] entgegen hinaufwerts: Winningen, Kochem, Brempt, Traben, Cusa, Trittheim, Pfaltz, Gravenmarck, (Macheren), Dietenhofen [...]

17.08.2015

Matthias Merian, Topographia Archiepiscopatuvm Moguntinensis Treuirensis et Coloniensis 1675

Matthias Merian, Topographia Archiepiscopatuvm Moguntinensis Treuirensis et Coloniensis, Das ist Beschreibung der vornembsten Stätt vnd Plätz in denen Ertzbistumen Mayntz, Trier vnd Cöln. An Tag gegeben durch Matth: Merian. 2. Ausgabe verfaßt von Martin Zeiller und hrsg. von Matthaeus Merians d. Ae. sel. Erben Frankfurt 1675 [Schuchhard 36 B; Wüthrich 28] (1. Ausg. Frankfurt 1646)].
2., durchgesehene Neuausgabe. Mit neuem Ortsverzeichnis der Abbildungen und einem Schluáwort. Hg. von Lucas Heinrich Wthrich. Kassel-Basel 1969. -

S. 55b.

In der Trierischen Chronick stehet: Daß Ertzbischoff Beomundus von Warnesberg das Unter-Schloß Nuemagen nahend Trittenheim dem Flecken (an der Mosel zwischen Trier und gedachtem Nuemagen gelegen) Johannis Trittenhemii Vaterland von Grund auff neu erbauet habe.

S. 57b.

Trittenheim     Ein Flecken an der Mosel zwischen Trier und Nuemagen allda der beruehmte und gelehrte Abbt Johannes Trithemius ist gebohren worden wie allbereit oben bey Neumagen gedacht worden.

 

vgl. auch folgende Seite

Christoph Cellarius, Geographisches-Historisches Lexikon 1705

Christoph Cellarius, Geographisches-Historisches Lexikon, worinnen alle Königreiche, Landschafften, Staedte, Festungen, Haefen, Meere, Fluesse und viel andere Sachen der Welt, so auf denen Land-Charten vorkommen, in richtiger Ordnung enthalten, auch die remarquablesten Sachen bey denen Oertern mit angemercket sind, Ein Buch, so beym Zeitungs-Lesen,  ingleichen auf Reisen, grosse Dienste thun wird. Benebenst einer Vorrrede Herrn Christophori Cellarii, Proof. Publ. zu Hall in Sachsen.Leipzig im Verlag Johann Ludwig Gleditsch, 1705

S. 1229:

Trittenheim/ein Flecken an der Mosel, zwischen Trier und Niemägen gelegen, allwo der berühmte und gelehrte Abt Johannes Trithemius gebohren worden.

 

 

17.08.2015

Johann Huebners, Vollständige Geographie, Dritter Theil, von Boehmen, Oesterreich, Bayern, Francken ... 1743

Johann Huebners,J.U.L., Vollständige Geographie, Dritter Theil, von Boehmen, Oesterreich, Bayern, Francken, Schwaben, Ober-Rhein, Nieder-Rhein, Westphalen, Nieder-Sachsen und Ober-Sachsen. Vierdte und vermehrte Auflage. Hamburg, bey Conrad Koenig, 1743

S. 461 (Rubrik "Das VII. Buch, vom Churfürsten-Kreise Cap. III von Chur-Trier"

IX. Das Amt Neumagen, lat. Praefectura Neomagensis, zu beyden Seiten der Mosel. [...] TRITTENHEIM, an der Mosel, ein geringer Ort, ist des bekannten Abtes zu Spanheim und Geschichtsschreibers, Johannis Trithemii, Vaterland gewesen.

Zedler, Grosses vollständiges Universal-Lexikon aller Wissenschaften und Künste ... 1745

Grosses vollständiges Universal-Lexikon aller Wissenschaften und Künste, welche bißhero durch menschlichen Verstand und Witz erfunden und verbessert worden, Darinnen so wohl die Geographisch=Politische Beschreibung des Erd=Creyses, nach allen Monarchien, [...] Als auch eine ausführliche Historisch=Genealogische Nachricht von den Durchlauchten und berühmtesten Geschlechtern in der Welt, [...] Ingleichen von allen Staats- Kriegs- Rechts- Policey- und Haußhaltungs=Geschäfften [...] Wie nicht weniger die völlige Vorstellung aller in den Kirchen=Geschichten berühmten Alt=Väter, Propheten, Apostel, Päbste, Cardinäle, Bischöffe, Prälaten und Gottes=Gelehrten [...] Nebst einer Vorrede, von der Einrichtung dieses mühsamen und großen Wercks [...] Halle und Leipzig, Verlegts Johann Heinrich Zedler, Anno 1745

Sp. 941

Trittenheim, ein Flecken an der Mosel, im Chur=Trierischen Amte Neumagen, zwischen Trier und Niemägen gelegen, allwo der berühmte und gelehrte Abt Johannes Trithemius gebohren worden. Hübners Geogr.[aphie] III. Theil p. 453

Antoine Augustin Bruzen de la Martinière, Historisch-Politisch-Geographischer Atlas der gantzen Welt 1747

Antoine Augustin Bruzen de la Martinière, Historisch-Politisch-Geographischer Atlas der gantzen Welt; Oder Grosses und vollständiges Geographisch- und Critisches Lexicon: Darinnen die Beschreibung des Erd-Kreises, Aller Monarchien, Käyserthümer, Königreiche, Chur- und Fürstenthümer, Republiquen, freyen Staaten, Stände und Herrschafften, Länder, Städte, Festungen, Seehäfen, Schlösser, Flecken, Aemter, Stiffter, Klöster, Gebürge, merckwürdigen Höhlen, Bergwercke, Pässe, Wälder, Meere, Seen, Inseln, Vorgebürge, Klippen, Sand-Bäncke, Meer-Engen, Quellen, Flüsse, Canäle, Gesund-Brunnen ; Nebst denen dazu gehörigen Denck- und Merckwürdigkeiten enthalten, Band 7: Lo. - M., Leipzig 1747

S. 1982:

Von Trier begiebt sich die Mosel weiter nach Biever und Pfaltz ... Nach diesen folgen an diesem Flusse St. Lorentz und der Flecken Trittenheim, unter welchem sich die Traen hinein begiebt. ...

Historisch-Politisch-Geographischer Atlas der gantzen Welt 1747

Historisch-Politisch-Geographischer Atlas der gantzen Welt; Oder grosses und vollständiges Geographisch- und Critisches Lexicon Darinnen die Beschreibung des Erd-Kreises, aller Monarchien, Kayserthümer, Köngreiche, Chur- und Fürstenthümer ... aus des berühmten Königl. Spanischen Geographi Mr. Brvzen la Martiniere Dictionnaire geograpique et critique ins Deutsche übersetzt, Mit vielen tausend Artickeln vermehret und durchgängig aus den neuesten Geschichten verbessert. Achter Theil, N.-Ph. ...Leipzig 1747

Sp. 379:

"Neumagen, Lat Prefectura Neomagensis, ein Amt in dem Ertz-Stiffte Trier, zu beyden Seiten der Mosel gelegen. Es sind in selbigem das Schloß und der Flecken Neumagen und Trittenheim zu mercken. Hübn. Geogr. III Th."

Diccionario geografico (Madrid) 1763

Diccionario geografico. Tomo III: P-Z, 2te Auflage, Madrid 1763

S. 253:

"Trittenheim, en el Electorado de Treveris, en el Baylio Neumagen, sobre el Moselle. Es la patria del célebre Abad Juan Tritemio, famoso Historiador, y Abad de Spanheim."

20.08.2015

Dictionnaire géographique-portatif 1769

Dictionnaire géographique-portatif ou Description des royaumes, provinces villes, Patriachats, evêches, duches, comtes, Marquisats, villes imperiales et anseatiques, ports, forteresses, citadellles, et autres lieux considérables des quatre parties du monde dans lequel on indique .... traduit de l'anglois sur la treizième édition de Laurent Echard, avec des additions et des corrections considérables, par Monsieur Vosgien, Chanoine de Vaucouleurs [i.e. Jean-Baptiste Ladvocat.], Nouvelle èdition, revue, augmentée & corrigée, a Paris: Chez la Veuve Didot, 1769

S. 709

Trittenheim, dans l'Electorat de Treves, au bail. de Neumagen, sur la Moselle, est la patrie du cel. Abbé Jean Trithéme, fameux Historien & Abbé de Spanheim.

Trittenheim, im Kurfürstentum Trier, Amt Neumagen [sic!], an der Mosel, Geburtsort des berühmten Abtes Johannes Trithemius, bekannter Geschichtsschreiber und Abt von Sponheim.

Beschreibung des Amtes Pfalzel 1784/90

'Beschreibung des Amtes Pfalzel 1784/90'. In: Gottfried Kentenich, Beiträge zur Geschichte des Landkreises Trier. In: Trierische Chronik NF 8 (1911/12) S. 32-59

S. 47:

Längst der Mosel jenseits verbreitet es [das Amt Pfalzel] sich bis unter Trittenheim, wo ein Graben die Gränze gegen das Amt Wittlich ist.   
Diesseits [scil. rechts] der Mosel stößt der Trittenheimer Gemeindebezirk an die Herrschaft Neumagen und weiter zur Seite hinaus formiert das Amt Pfalzel einen halben Mond, dessen Ründung an die Ämter Bernkastel und Maximin angrenzt bis an die Mosel zwischen Toernig und Detzem.

S. 51

Mittel- oder Civil-Gerichtsbarkeit: "Die privative steht [...] der Abtei Matheis zu Matheisdorf und Medart, sodann in einem District des Dorfes Trittenheim [...] zu."   
Grundgerichtsbarkeit: [...] zu Matheisdorf die Abtey gleichen Namens, sodann in einigen Distrikten des Dorfes Trittenheim [...]

S. 58:

Trittenheim ist das letzte Moseldorf des Amts. Der Gemeindebezirk wird von der vorbeylaufenden Mosel in zwei Teile abgesondert. Der Ort liegt jenseits und wird von dem Leiwener Weinberg und Clüsserather und zum Theil Neumagener und die Waldungen reichen über die Gebirge bis an die Gemeinsdistrikten von Heidenburg und Leiwen. Der Wein ist von ungleicher Güte, je nachdem er dies- oder jenseits der Mosel, in der Ebene oder in der Höhe wächst. Der Ackerbau ist sehr beschwerlich, da die mehrste Länderei, besonders das Rodt- und Schiffelland in weit entlegenen steilen Bergen entlegen ist. - Mit Waldgegenden ist der Ort reich versehen, da dieselbe aber wegen der Entlegenheit dem Raub zu viel ausgesetzt und von schlechtem Holzboden sind, so kann bei verhaltungsmäáige Benützung daraus nichts gezogen werden.

Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats 1823

Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats unter Aufsicht des Königl. Geheimen Regierungsrates und Mitglieds des Statistischen Bureau's Herrn Dr. Leopold Krug ausgearbeitet und herausgegeben von A.A. Mützell, ... 5. Band T-Z... Halle : bei Karl August Kümmel 1823

S. 38:

fortlfd. Nr.     1358    
Name            Trittenheim
Bezeichnung  Dorf
Kreis             Landkreis Trier, Trier
Amt              Trittenheim
Kirchspiel      Trittenheim
Seelen           761
Poststation    Hetzerath

Guide du voyageur sur le Rhin depuis Schafhouse 1830

Guide du voyageur sur le Rhin depuis Schafhouse jusque'en Hollande, de Bade al la Vallée de la Murg et a la Forêt noire, des bains du Taunus, d'Aix-la-Chapelle et de Spa. Avec le Guide du voyafe: 1o De Manheim dans la Bavière-Rhénane, ... 3o De Coblence à Treves, de là à Metz, et description de la Moselle en remontant jusque'à sa source. ... Par M. Aloys Schreiber, Conseiiller aulique et Historiographe de S.A.R. le Grand-Duc de Bade. Traduit par l'Abbé Henry, 4. erw. u. verb. Aufl., Brüssel 1830

S. 218:

Trittenheim est le berceau du célèbre Trithème dont les écrits historiques et littéraires sont estimés. Il fut abbé de Spanheim sur le Hundsruck, puis de St. Jacques des Écossais à Wurzbourg, où il mourut en 1519[sic!].

Trittenheim ist der Geburtsort des berühmten Trithemius, dessen historische und literarische Schriften geschätzt werden. Er war Abt in Sponheim im Hunsrück, dann von St. Jakob vom Schotten[kloster]) in Würzburg, wo er im Jahre 1519 starb.

von Restorff, Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinzen 1830

Friedrich von Restorff, Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinzen, Berlin u. Stettin Nicolaische Buchhandlung 1830

S. 861:

d) Bürgermeisterei Trittenheim,
mit 2 Dörfern, welche 276 Feuerstellen und 1818: 1546, 1825: 1680, 1828: 1672 Einwohner (darunter 851 männliche, 821 weibliche, 1606 Katholischem, 66 Juden) hatten.
Darin:
Trittenheim, ein Dorf an der Mosel mit 1 Kathol Pfarrkirche, 136 Fst., 826 Einw. und Weinbau. Hier wurde 1462 der nachmals als Abt des Klosters Sponheim und als Geschichtsschreiber berühmte Johannes von Heidenberg, auch Trithemius genannt, geboren.
[es folgt Kurzdarstellung der Gemeinde] Clüsserath ...

The Meuse, The Moselle and The Rhine 1845

B. S., Esq., The Meuse, The Moselle and The Rhine; or, a six weeks' tour through the finest river scenery in Europe, London 1845

S. 48:

Before arriving at Newmagen the handsome village on the left bank is Trittenheim, the birth place of the Abbe John de Trittenheim, a celebrated cabalistical writer of the fifteenth century.

Topographisch-statistisch-historisches Lexikon von Deutschland 1847

Topographisch-statistisch-historisches Lexikon von Deutschland, eine vollständige deutsche Landes-, Volks- und Staatskunde. Von Dr. Eugen Huhn, mit Ansichten, Städteplänen und Karten, 6ter Bd., Bibliographisches Institut 1847

S. 321:

Trittenheim, Preußen, Rgbz und Kreis Trier, kath. Pfarrdorf und Hauptort der Bürgermeisterei gl. Namens an der Mosel mit 2 Mühlen, 145 H. und 810 E.

Delkeskamp, Notes indicatives et explicatives pour le voyage de la Moselle 1853

Friedrich Wilhelm Delkeskamp, Notes indicatives et explicatives pour le voyage de la Moselle annexées au panorama de la Moselle et de ses environs depuis Coblence jusqu'à Wasserbillig au-delà de Trèves. Francfort s. Mein, 1853

S. 17:

Trittenheim, grand village situé presque à l'extrémité d'une langue de terre , et entouré d'arbres fruitiers. C'est le lieu natal du célèbre historien Jean Trithemius (Tritéme). Il fut d'abord abbé du couvent de Sponheim au Hundsrück, puis du couvent des Écossais à Wurzbourg, et mourut en 1519 [sic]. Un peu au-dessus du village le plataeu de la rive opposée prend la forme d'une côte fort étroite dont l'un des versans donne sur la Moselle, l'autre sur la vallée de Drohn, au fond de laquelle sont les maisons de Droeniken.

Karte

Hocker, Das Moselthal von Nancy bis Koblenz 1855

Nikolaus Hocker, Das Moselthal von Nancy bis Koblenz. Landschaft, Geschichte, Sage. Leipzig : F. A. Brockhaus  1855. [=Brockhaus' Reise-Bibliothek fr Eisenbahnen und Dampfschiffe].

S. 106ff.:

Jetzt erscheint auf einer Halbinsel, welche die Mosel am linken Ufer bildet, das Dorf Trittenheim, wo der berühmte Abt Johannes Trithemius am 1. Febr. 1462 von armen Aeltern geboren wurde. Schon früh zeigte er großen Sinn für die Wissenschaften und lernte heimlich, ohne Vorwissen seines Stiefvaters, die Anfangsgründe der classischen Sprachen. Als es ihm endlich zu arg zu Hause wurde, entfloh er und ging, von seinem Oheim unterstützt, nach Trier, dann nach Heidelberg, wo er sich ungehindert dem Studium hingeben konnte. Im Jahre 1482 übernachtete er auf einer Reise nach Trier in dem Benedictinerkloster zu Sponheim, und nahm dort diesen Orden an. Schon im folgenden Jahre wurde er seiner außerordentlichen Gelehrsamkeit wegen zum Abte gewählt. Binnen 25 Jahren vermehrte er die aus 48 Bänden bestehende Klosterbibliothek auf 2000 Bände der kostbarsten Schriften, die er meistens aus eigenen Mitteln anschaffte. Die Unruhen im Kloster veranlaßten ihn, nach Würzburg zu gehen, wo er am Lucientage 1516 als Abt von St.-Jakob starb.

Trithemius war ein gründlich gelehrter Mann, wie dieses seine vielen Schriften und die hohe Achtung beweisen, in welcher er bei den hervorragendsten Zeitgenossen stand. Kurfürst Joachim I. von Brandenburg lud ihn nach Frankfurt, und Kaiser Maximilian nach Köln ein. Da er sich mit Sternkunde, Botanik und natrlicher Magie beschäftigte, so wurde er von Manchen für einen Zauberer gehalten. Anastasius Grün schildert in seinem 'Der letzte Ritter' die Zusammenkunft, die er mit dem Kaiser Max zu Sponheim hatte, in nachstehendem schönen Gedichte: ...

Eine andere Sage ist für die deutsche Mythologie nicht minder werthvoll: In Trittenheim hatte ein Mann die Pest als blaues Flämmchen in einen Balken eingesperrt; als dieses wieder herauskam, starben die Leute bis auf sieben Haushaltungen. Andere sagen, sie sei ein blaues Flämmchen, welches dem gähnenden Menschen durch den Mund in den Leib und durch die Nase herausgehe, aber ihn tödte und nun in einen andern Menschen gehe.

Octavius Rooke, THE LIFE OF THE MOSELLE 1858

Octavius Rooke, THE LIFE OF THE MOSELLE, From its Source in the Vosges Mountains To Its Junction with the Rhine at Coblence, London L. Booth 1858

S. 116-117:

The wood-embosomed villages peep at us as we go by, each group of houses has its church rising in the midst: gradually the banks grow steeper, hills swell up inland, and here and there come down to look on the Moselle. These reconnoiterers retire, and having told their chiefs of the approach of the glorious stream, at Trittenheim we find the right bank covered with mountain-giants, come to do homage to the spirit of the waters.

At Trittenheim is one of those flying bridges, almost peculiar to the Moselle. It is thus formed: two strong towers are built, one on each side of the stream; from the summits of these towers, attached to great posts built into the solid wall, stretches a rope, which falls in a curve over the river; a stout cord attached to a swivel, which runs freely along the rope, descends to the surface of the river, and to it is fastened a barge, which propelled by the action of the swift running stream, and guided by the boatman, passes from side to side at his pleasure, carrying heavy loads, with little labour to the ferryman.

Where the breadth of the river admits, these sort of flying bridges are used; in other parts, those with which the reader is probably familiar on the Rhine are in operation; and again, where the stream is sluggish, barges unattached to any rope are poled up stream, and floated across.

Trittenheim was the birth-place of the celebrated Trithemius, famous for his many writings and his learning. He, in common with all learned men of his time (end of fifteenth century), was considered a sorcerer, and the Emperor Maximilian applied to him to raise the spirit of his deceased wife, Mary of Burgundy. This he is said to have done, and the dead Princess reappeared in all the charms of her youthful beauty: but a more probable account of this transaction is given in the following version, taken from the beautiful poem in the Mosel sagen.

TRITHEMIUS AND THE EMPEROR. ...

The promontory on which Trittenheim is situated is clothed with fruit-trees, and rivals in fertility the opposite shore, on which, a little lower down, Neumagen is situated.

Adolphe Laurent Joanne, Itinéraire descriptif et historique de l'Allemagne 1862

Adolphe Laurent Joanne, Itinéraire descriptif et historique de l'Allemagne. Allemagne du Nord, 2. Überarbeitete Aufl., Paris 1862

S. 199:

G. Trittenheim (950 hab.), patrie du célèbre historien et abbé de Sponheim Trithemius (+1516). La chapelle qu'on aperçoit à. dr., la chapelle des martyrs, rappelle les martyrs tués à Trêves sur l'ordre de Rictiovarus

Rechte [Moselseite]. Trittenheim (950 Einw.), Heimat des berühmten Historikers und Abtes Trithemius von Sponheim (+1516). Die Kapelle, die auf der rechten Seite zu sehen ist, die Märtyrer-Kapelle, erinnert an die Trierer Märtyrer, die unter Rictiovarus getötet wurden.

Meyers Reisebücher, Redaction Belepsch, West-Deutschland 1868

Meyers Reisebücher, Redaction Belepsch. West-Deutschland von Hey’l & Berlepsch. Ausgabe 1. Mit 28 Karten und 14 Plänen von L. Ravenstein, 8 Panoramen und 52 Ansichten von P. Ahrens, Hildburghausen 1868

Sp. 415:

„… Am l. Ufer Rebberge dann
1 Trittenheim, Dorf mit ca. 800 Einwohnern, der Geburtsort des Johannes Trithemius.
Er war Abt des Benediktiner Klosters zu Sponheim (S. 258) bei Kreuznach, dann von St. Jakob in Würzburg (+1516, 55 Jahre alt) als Geschichtsforscher und Theologe gleich bedeutend. Als schätzbare Quellen gelten vorzüglich seine gesammelten Urkunden der Klöster Sponheim, St Jakob in Würzburg und Hirschau.
In Trittenheim Fähre mit 2 neuen Thürmen. R. am Ufer eine Capelle, die Märter- (Märtyrer) Kirche, nach einer Sage so benannt, da hier auf Rictiovarus Befehl eine Anzahl Märtyrer umgebracht wurden, deren Blut den Strom roth haben soll!"

Ludwig Mathar, Die Mosel 1924

Ludwig Mathar, Die Mosel. Köln : Bachem s.a. [ca. 1924]. [=Die Rheinlande. Bilder von Kraft, Volk und Kunst; II] - in Auswahl

S. 150.151-158:

Das Laurentiuskirchlein weiß und blau im Rebengold; zu Füßen der frischeste Uferteppich; der Rasen von Trittenheim im Spiegel der Wellen; das sanfthügelige fruchtbare Uferland von Detzem bis zum Dhronbache. Voll erglänzt der Schimmer der Abendsonne. Leise verklingt der Schlag der Küferhämmer. Dann aber erhebt sich von Trittenheim bis Clüsserath ein Rufen und Antworten der Abendglocken. Und wiederum Stille. Ueber Berg und Tal Abendfrieden. [...]

Trittenheim - Trittenheimer Laurentiusberg!   
Wie eine Fanfare klingt dieser Ruf ins Moseltal. Schon war der Vortrupp ausgeschwärmt, leichterer Kraft und mindern Klangs, die Weine von Leiwen, Thörnich, die Clüsserather 'Bruderschaft', der Mehringer Elsberger, der Longuicher Brimsert. Da wächst mit einem Male, ein Riese unter den Zwergen, der Trittenheimer Laurentiusberg auf. Wie das Laurentiuskirchlein selber schaut er ins Land, nach hüben und drüben, nach Leiwen und Trittenheim, über des Tales weite Schlinge erhoben (159,5 m), ringsum von Sonne umflutet. Da wächst seine Kraft, da erglüht sein Feuer. Da wird er Meister über die mindern Brüder, auch über den Mächtigen drunten, auf dem andern Ufer, den breit und lang gestreckten Leyenberg. Auf uralter Stätte wurzelt er, der Edelwein. St. Laurentius behütet ihn ja, der Winzerpatron. [...] So steht es jetzt einsam auf weiter lichter Höhe, das Laurentiuskirchlein, neu erbaut, und von Elternliebe zum Kriegergedächtnis zweier im Weltkriege gefallener Söhne bestimmt. Schieferdach und weiße Wand, ein malerisch wuchtiges, blauweißes Türmchen.

Stille webt um das Kirchlein her. Friede herrscht in dieser sonnigen Weite. Von Baumgärten umschattet, breitet sich Trittenheim an der mählich abgeflachten Bergeshalde. Rauch kräuselt über den geduckten Hütten. Prächtig erstrahlt drüben Leiwen am steilen Hang. Schieferdach erhebt sich über Schieferdach, eine helle spiegelnde Bläue. Steil türmt sich die Kirche vom Chor zum spitzen Helm. [...]

Laurentius segnet die Reben. Trittenheimer Laurentiusberg, hier oben mußt du mir rein und golden im Glase perlen, Fürst unter den Weinen. Aus Fels und Sonne empfangen, in Glut des Herzens vergangen! Für die starben sie, zu deren Gedächtnis die Laurentiuskapelle neu erstand. Wer kann sich trennen von Sonne und Wein! Bis zum Abenddämmer bin ich oben im Licht und Duft verblieben, erdenfroh und doch himmelsnah. Dann erst bin ich zu den Wohnungen der Menschen hinabgestiegen. Ueber Stoppelfelder warf ein Pestkreuz, dem Kirchlein nahe, seine Schatten. Tiefschattig waren auch die Baumgärten des Dorfes. Von dem hohen Turm der spätbarocken Pfarrkirche hallten die Abendglocken. Von der grausen Pestzeit erzählt auch das Steinkreuz am Brunnen, das 'Meiers Theys und Lehnen Peter 1654 haben errichten lassen'. [...] Sieben Pestkreuze wurden zum Gedächtnis errichtet. Sonst ist von der alten Zeit wenig mehr in Trittenheim erhalten. Der Jesuitenhof, den das Trierer Collegium bei seiner Stiftung (1570) mit Wingerten und der Moselinsel erhält (curte et vineis in Trittenheim, eo quoque prato, quod in insula Mosellae est) weist noch am Hofportal sein J H S (jetzt dem Trierer Priesterseminar gehörig). [...] Von der ältern Pfarrkirche (1736) stammt nur der unterste Teil des Turmes. Die jetzige ist 1790-92 errichtet worden.

Es ist die Art des völlig ernüchterten Spätbarock, der 'Scheunenstil' (vergl. Mehring, Longuich usw.). Ein mächtiges Langhaus mit dem üblichen dreiseitigen Chor, außen drei Felder, durch schwere Pilaster gegeliedert, in jedem Felde ein Fensterpaar, innen ein Schiff mit abgewalmter Decke. Dreigeschossig schießt über das abgeflachte Dach der Turm hoch. In der Glockenstube reich gefaßte Doppelfenster. Diese etwas grobschlächtige Baukunst wirkt in die Ferne und durch die Freudigkeit der Farben. Schneeweiß leuchtet über die Nußbäume des Moselufers der Turm. Die sandsteinroten Fassungen der Fenster, der Pilaster heben sich wirksam von dem sonnenhellen Hintergrund. Das Innere wäre nackt und tot ohne die bäuerlich bunte Rokokokunst, die mit Einzelstatuen und Altären die scheunenartige Halle füllt. An den Wänden Michael, Immaculata, Sebastian und Rochus, an der Kanzel der Evangelist Johannes mit seinem Adler, auf dem linken Seitenaltar Madonna und Kind mit Szepter und Kreuz (vgl. Leiwen), auf dem rechten Joseph und das Jesuskind, bäuerlich aber schwungvoll, im Chor vor einem vielfach verkröpften Halbrund marmorierter Holzsäulen ein hübscher Rokokoaltar, über dem Tabernakel der Pelikan (vgl. Thörnich), darüber ein edler Kruzifixus, rechts und links des Altares Cornelius [recte: Clemens] und Nikolaus, groß, lebendig. Die Orgel vom Domherrn Schue, einem Sohne und Wohltäter Trittenheims, der auf dem Friedhof sein Ehrenmal hat. Das alles ist dörflich bunt und derb, aber dem Charakter des Baues vorzüglich angepaßt. Hoch steht es über der 'Neugotik' mancher Moselkirche, die älteres Kunstgut verdrängt hat (Uerzig, Aldegund, Ellenz usw.), der Laurentiuskirche von Longuich vergleichbar. Überhaupt scheint Abgeschiedenheit an der Obermosel das bessere Alte gerettet zu haben. Von alten Fachwerkbauten ist dagegen zwischen Trittenheim und Trier, mit Ausnahme des schönen Hauses in Leiwen (s. o.) fast nichts erhalten. Auch hier kragt nur selten auf schöngeschnitzten grünen Streben ein hellgelb getünchtes Obergeschoß vor.

Das Haus des Abtes Trithemius soll noch erhalten sein. Man zeigt mir ein unter schwerem Satteldach schlichtes langgestrecktes Gebäude, jetzt von drei Häuslern unter einem Dach bewohnt. Auf der neuen Brücke aus rotem Sandstein aber steht der gewaltige, ungeschichtlich bärtige Trithemius, mit Buch und Stab, den Blick auf die rechtsufrigen Weinberge, die zu Strambergs Zeiten ' den besseren Qualitäten von Neumagen ganz gleich' galten, auf den langgestreckten Leyenberg gerichtet.Ja, dieser große Sohn des Mosellandes hat es verdient, daß die Neuzeit ihm auf der Brücke seines Heimatortes, im Angesichte von Fluß und Berg ein würdiges Denkmal hat errichten lassen.

Meyers Großes Konversations-Lexikon 1905

Meyers Großes Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Bd. 19. [...] 6., gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Leipzig, Wien Bibliographisches Institut 1905

S. 731:

Trittenheim, Dorf im preuß.[ischen] Regbez. [=Regierungsbezirk] und Landkreis Trier, an der Mosel und der Kleinbahnlinie Trier-Bullay, hat eine kath.[olische] Kirche, bedeutenden Weinbau und (1905) 1062 Einw.[ohner]. T.[rittenheim] ist Geburtsort des Humanisten Johannes Tritheim (1462).

18.08.2015

Margarete Stillger, Bords du Rhin. Forêt-Noire. Pays Rhénans 1960

Margarete Stillger, Bords du Rhin. Forêt-Noire. Pays Rhénans, Paris : Hachette, 1960

S. 407:

34 k. Trittenheim. A 7 k., à proximité du barrage de la Dhron, dans un site boisé, charmant et solitaire, hotel-pension Robertmühle (tél. 115 à Budlicherbrück).

34 km Trittenheim. A 7 k., in der Nähe der Staumauer der Dhron, in einem Waldgebiet gelegen, liegt charmant und einsam die Hotel-Pension Robertmühle (Tel. 115 Amt Büdlicherbrück).