Der Berggeist

Der Berggeist
Eine Sage

"Droben stehet die Kapelle, schauet still ins Tal hinab...", so beginnt Ludwig Uhlands Kapellen-Gedicht. Das wurde aber angesichts der Wurmlinger Kapelle gedichtet. Hätte er die Kapelle auf dem Trittenheimer Laurentiusberg sehen können, vielleicht hätte auch sie ihn zu ähnlichen Versen inspiriert.

Inspiration, Begeisterung geht auch von diesem Ort aus. Die Ursprünge des Gotteshauses verlieren sich im geschichtlichen Dunkel. Menschen zieht es immer wieder hinauf, sie geniessen den Ausblick über das mäandrierende Tal der Mosel, stehen still, verharren in Gedanken, vielleicht auch im Gebet. Nicht nur historische Fakten haben sich von diesem Ort erhalten. Auch eine alte mündliche Tradition, eine Sage, webt sich um diesen Ort.
[Fortsetzung]

Moadelenchen

Manche Schicksale prägen sich besonders tief in die Erinnerung ein, auch wenn der Lauf der Dinge die individuellen Züge nach und nach verwischt. So verhält es sich auch mit der tragischen Geschichte einer Frau namens Moadelenchen, (Fortsetzung)

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Zwei kurze Sagen

Nikolaus Hocker, in Neumagen geboren (*22.03.1822 † 21.12.1900, Köln) war Redakteur, Diplomat, Lyriker und Autor zahlreicher (regional-)geschichtlicher Werke. Er sammelte Sagen und Legenden und eine Auswahl veröffentlichte er in der "Zeitschrift für deutsche Mythologie und Sittenkunde" (hrsg. von J. W. Wolf, Bd. 1
Göttingen 1853, S. 189-195).

Als Handlungsort taucht dort Trittenheim in zwei Sagen auf:

"DER KÖNIG IM BERGE.
In der Königskaul auf der Bergkron nahe bei Trittenheim, die daher den Namen hat, daß dort ein Kaiser gekrönt worden, ist ein deutscher König mit seinem Heere versunken. Er sitzt in der Tiefe an einem Tisch von rothem Sandstein und schläft. Wenn sein Bart dreimal um den Tisch gewachsen ist, dann steht er mit dem Heere wieder auf, kommt bei Neumagen am Zweibäcker Hof wieder heraus, und schlägt die Türken. Ist dieses geschehen, so wird der Antichrist kommen und die Welt geht unter."

Die Sage lebt vom sog. Kyffhäuser-Motiv, das vielfach verwandt wird.

"DIE PEST.
In Trittenheim hatte ein Mann die Pest als ein blaues Flämmchen in einen Balken eingesperrt; als dies wieder herauskam, starben die Leute bis auf sieben Haushaltungen, andere sagen, sie sei ein blaues Flämmchen, welches den gähnenden Menschen durch den Mund in den Leib und durch die Nase herausgehe, aber ihn tödtet und nun in einen andern Menschen geht. Darum macht man beim Gähnen über dem Munde ein Kreuz."

Die Sage mag eine Erinnerung an lokale Ereignisse haben und wird in Trittenheim auch in Beziehung zu den sog. Pestkreuzen gebracht. Auch dort wird erzählt, dass nur sieben Familien überlebt haben sollen. Diese Siebenzahl von Überlebenden findet sich häufiger und sie ist daher weniger eine historisch belegbare Zahl als vielmehr als Symbolzahl zu verstehen.