Ein afrikanischer Monarch als Weinregent

Als es darum ging, dass sich eine Weinkönigin für die nächste Krönung im Weinjahr 1999/2000 finden sollte, da gab es niemand, der bereit war. Wenn aber jemand jemanden kennt, dann kommt man auch zu ungewöhnlichen Lösungen. Die hieß schließlich Cephas Bansah. Genauer: König Togbui Ngoryifia Céphas Kosi Bansah. Und er war ein Weinkönig, der Herrschererfahrung mitbrachte. Denn Cephas Bansah ist Oberhaupt der 206 000 Angehörigen des Ewe-Volkes in der Volta-Region im Osten Ghanas. Auch wenn er am liebsten Milch und Fencheltee trinkt, so sagte er bei seiner Inthronisation, „Es ist für mich eine große Ehre, Weinkönig in Trittenheim zu sein". Bei seinem feierlichen Empfang im Moseldorf machte er hinsichtlich seiner Weinaskese eine Ausnahme und meinte, „ich habe heute zum ersten Mal in meinem Leben Wein getrunken. Und er hat viel besser geschmeckt, als ich je gedacht habe“.

Der damals 50-jährige sollte ein Jahr lang den Trittenheimer Wein repräsentieren. Der gelernte Landmaschinen- und Kfz- Mechaniker lebt seit 1970 in Ludwigshafen. Seine königlichen Amtsgeschäfte für die Untertanen in Ghana erledigt er aus Deutschland ganz modern per Fax, Telefon und E-Mail. Cephas Bansah war im Rahmen eines Studentenaustausches in die Pfalz gekommen. Dort lernte der Enkel des damaligen Königs das Handwerk des Landmaschinen- und Kfz-Mechanikers und eröffnete in Ludwigshafen eine Werkstatt. Anfang 1992 wurde er dann zum König ernannt, weil sein Vater und sein Bruder, die von Rang her für das Amt bestimmt gewesen waren, ausschieden.