... wer arbeitet, muss auch feiern ...

Ein weiter Bogen spannt sich seit dem Jahr 1936, bestimmt von tiefster Tragik für die Menschheit, aber auch Sternstunden. Damals wurde erstmals das für den Wein- und Erholungsort Trittenheim wichtige Ereignis eines Weinfestes vor Ort ausprobiert und in späteren Jahrzehnten immer wieder weiter entwickelt. Den Wein zu feiern wurde zum festen Punkt des Jahreslaufs der Winzer ... und der Weintrinker, die immer wieder die Einladung annahmen und kamen, um die Präsentation der Früchte der Arbeit des Menschen und des Segens des Schöpfers zu kosten. Fortsetzung

Köln, die Weinpatenschaft und das erste Winzerfest

Außer Berlin und Breslau trat besonders Köln als Patenstadt hervor. Ein Relikt dieser intensiveren Verbindung zwischen der Moselgemeinde und der Rheinmetropole findet sich noch heute im Stadtteil Köln-Zollstock, wo sich in der Nähe des Güterbahnhofs die Trittenheimer Straße findet. Im Vorfeld dieser Patenschaft reisten schon am 9. Oktober 1935 vierzig Kölner Pressevertreter an die Mosel. Der Vertreter des Stadtanzeigers der Kölnischen Zeitung berichtete später unter dem Titel "Köln will den Volksgenossen im Moselland helfen" [Fortsetzung]

Weinköniginnen und ein Weinkönig

Ein wichtiges Traditionselement des Weinfestes war und ist die Krönung einer Weinkönigin. Sie ist auf ein Jahr hin die Repräsentantin des heimischen Weines. Schon 1936 wurde eine Weinkönigin erkoren und auch die Einweihung der Brücke kannte sie ebenso wie das Jahr 1953. Doch erst mit dem Jahre 1969 beginnt die ungebrochene "Thronfolge" weinköniglicher Majestäten: die Weinköniginnen.

Der Neubeginn nach der Währungsreform

Ein wichtiger Meilenstein kommunalen Engagements war der Wiederaufbau der im März 1945 zerstörten Moselbrücke. Feierlich fand im Oktober 1948 die Einweihung statt. Von der "Brückenweihe" als "Fest des Friedens" sprach die "Trierische Volks-Zeitung" am 11. Oktober 1948.

Dort heißt es weiter, dass die Einweihung "zum Weinfest [wurde], dem wiederum der schöne Herbst 1948 nichts als eitel Sonnenschein schenkte. Das Dorf war erfüllt von festlichem Treiben, zu dem sich viele tausend Gäste aus dem Moseltal, von den Höhen der Berge und aus dem benachbarten Trier eingefunden hatten. Fast ging die Feier unter im Gewoge der Menschen, die diesem friedlichen Fest sogar das Gepräge des Massenerlebnisses gaben und sowohl an den offiziellen Veranstaltungen wie auch an dem festtäglichen Jubel nach moselländischer Art und Sitte herzlichen Anteil nahmen. [...] Am Nachmittag [des Sonntags] verwandelte sich der Festort zusehends. Die Spannung des großen Tages lag über den freudig gestimmten Menschen während des fröhlichen Winzerfestzuges. [...]".

Mit der Währungsreform 1948 begann ein gesamtwirtschaftlicher Aufschwung. Langsam sollte sich dieser auch auf die Weinwirtschaft auswirken [s. dazu eine Werbeanzeige aus der Mittelbayerischen Zeitung von 1948]. Marktwirtschaftlich orientierte Produktion und Vermarktung brauchte ein signifikantes Marketing. Das Erzeugnis wollte auch eine Imagepflege und ein Winzerfest schien hierfür das geeignete Moment. [Fortsetzung]

Laurentiusweinkirmes - große Messe Trittenheimer Weine

Die Feier der Laurentiusweinkirmes fand seit den 1950er Jahren keinen Abbruch -  bis zum Jahr 2007, als sich keine Organisatoren mehr fanden. In all den Jahren bis dahin hatte es eine zeitgemäße Angleichung des Festes gegeben. Träger dieser Feste waren vor allem die örtlichen Vereine. Trittenheims Weine wurden im Rahmen eines Wochenendes in ansprechendem Ambiente präsentiert, verkostet und gewannen viele Freunde. Auch die Namen des Festes waren unterschiedlich - 'Laurentius-Weinkirmes', 'Laurentius-Weinfest' oder auch 'Große Messe der Trittenheimer Weine'. Das bleibende Element blieb das überzeugende Erzeugnis der Weingärten und -berge: die Apotheke, das Altärchen und zu früheren Zeiten auch der Laurentiusberg, der Falkenberg und andere Weinlagennamen.[Fortsetzung]

VINUM BONUM - VINUM TRITHEMIENSIUM - BIBENDUM!