Fortsetzung III

Man scheute sich zunächst, einfach an die Vorkriegsfeste anzuschließen. In den umliegenden Weinbaugemeinden hatte man bald begonnen, Weinfeste zu veranstalten. In Trittenheim war schon bald nach dem Kriege wieder das Pfarrpatrozinium des Hl. Clemens (23. November) gefeiert worden. Doch sein später Termin war sowohl witterungsmäßig ungünstig als terminlich ungeschickt, da häufig der Totensonntag folgte, der seinem Charakter nach ein Fest ausschloss. Die Gemeindevertreter mußten sich nach einer günstigen Alternative umschauen - und wurden auch fündig:

"Nach einem Beschluß der Gemeindevertretung soll die Trittenheimer Kirmes, die bisher am Patronatsfeste des hl. Clemens [...] gefeiert [wurde ...], vorverlegt werden. Man will die Kirmes am Feste des zweiten Trittenheimer Kirchenpatrons 'Laurentius' (1951 am 12. August) feiern. Diese 'Laurentiuskirmes' wird von der gesamten Gemeinde begrüßt. Hier bietet sich so recht die Möglichkeit, den vielen Gästen einen guten Tropfen 'Laurentiusberg' aus Trittenheims bester Weinlage zu kredenzen. [... Man will] die erste Trittenheimer 'Laurentiuskirmes' zu einer Weinkirmes und einem Volksfest werden lassen. Ein Fackelzug der Winzerinnen und Winzer mit einer Moselbeleuchtung vom Fahrfels aus, sollen diese Kirmes am Samstagabend einleiten. An den Kirmestagen sollen aus Weinbrunnen die besten Tropfen aus Trittenheims Weinlagen Fahrfels, Apotheke, Altärchen, Kronenberg, Vogelsang und Laurentiusberg gereicht werden."

So konnte man im Trierischen Volksfreund am 13. Juli 1951 lesen. Die Tradition einer größeren Feier des Laurentius-Tag war seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr gepflegt worden, doch so sollte der Patron des Weines auch auf diese Weise nochmals zu Ehren kommen und das Dorf an eine jahrhundertealte Tradition anknüpfen. Die konkrete Gestaltung dieses ersten Weinfestes nach dem Krieg knüpfte an die fünfzehn Jahre zurückliegende Tradition an und das Resultat ermutigte zur Fortsetzung.