Fortsetzung IV

Fester Bestandteil war zu allen Festen die Winzertanzgruppe. Sie ging aus der ersten Winzertanzgruppe des Jahres 1936 hervo. In den dreißiger Jahren hatte sie nur wenig Möglichkeit, ihre Aktivitäten zu entfalten. Mit der Brückeneinweihung begann ihre Neubelebung. Es gab verschiedene Generationen der Winzertanzgruppe. Und sie beteiligten sich nicht nur an den heimischen Weinfesten, sondern ihre Auftritte fanden seit Ende der fünfziger Jahre zunehmend Gefallen bei auswärtigen Veranstaltungen.

Seit Ende der sechziger Jahre wurde die Winzertanzgruppe schließlich direkt in die Weinwerbung einbezogen, indem sie bei unterschiedlichen Anlässen mit einem eigenen Weinstand die Weinbaugemeinde Trittenheim präsentierten.

Last but not least ist noch auf ein verhältnismäßig junges, aber wichtiges Traditionselement des Weinfestes hinzuweisen: die Krönung einer Weinkönigin als Repräsentantin der heimischen Reben für die Dauer eines Jahres. Zwar gab es schon 1936 eine Weinkönigin und auch bei der Einweihung der Brücke sowie im Jahre 1953 erschien eine Frau als Vertreterin des Trittenheimer Weines. Doch erst mit dem Jahre 1969 beginnt eine gleichsam ungebrochene "Thronfolge" weinköniglicher Majestäten: die Weinköniginnen.

Nicht allein der Wein prägte in diesen Jahren die Laurentiusweinkirmes, vielmehr wurde sie auch zum Schnittpunkt anderer mehr oder weniger bedeutender Ereignisse:

  • Im Jahre 1955 war sie Zielpunkt einer internationalen Zielfahrt des Deutschen Kanu-Verbandes, an dem 800 Boote teilnahmen.
  • Die Laurentius-Weinkirmes des Jahres 1956 veranlaßte die Trierische Landeszeitung zum Abdruck eines Gedichtes des in Trittenheim geborenen Priesters Bernhard Hermes 'Mein Trittenheim'.
  • Im Jahr 1962 verband die Gemeinde das Laurentius-Weinfest mit der 500-Jahrfeier der Geburt Johannes Trithemius; eine Festveranstaltung zu Ehren des Sponheimer und späteren Würzburger Abtes führte zahlreiche Gäste nach Trittenheim und neben einem Festvortrag bildete die Enthüllung der von Walter Henning geschaffenen Plastik den Höhepunkt der Festtage.

Das Fest fand auch immer wieder einen offiziellen Protektor, beispielsweise

  • der Krefelder Bürgermeister Matura (1972),
  • der britische Königliche Generalkonsul John Thorn Fearnley (1973),
  • Helmut Gestrich, Landrat des Kreises Bernkastel-Wittlich (1974)
  • Minister für Wirtschaft und Verkehr, Heinrich Holkenbrink (1975)
  • Minister für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten, Otto Meyer (1976)
  • MdB Peter Rauen (1993)
  • Commodore R. F. Peksen (1990)
  • Major General R. S. Deligatti (1992).

Auf die Weinfeste fielen auch unterschiedliche Jubiläen und Ereignisse, die Anlass zum Feiern gaben:

  • 1975 blickten die Trittenheimer auf eine 25 Jahre bestehende Trittenheimer Weinkirmes zurück
  • 1986 erinnerte man sich des Anfangs vor fünfzig Jahren.
  • Die Winzertanzgruppe hatte schon im Mai 1986 ihren Fünfzigsten gefeiert.
  • Die Eröffnung der neuen Brücke über die Mosel gehörte zum Höhepunkt des Festes 1992
  • Die 1100-Jahrfeier zur Ersterwähnung Trittenheims wurde zwar schon an Pfingsten 1993 gebührend bedacht, doch strahlte dieses freudige Ereignis auch auf die Laurentiuskirmes dieses Jahres aus.
  • 1995 stand das Weinfest schließlich unter dem Zeichen der deutsch-amerikanischen Freundschaft; in seinem Rahmen wurde ausgezeichnet ein Freundschaftsvertrag zwischen der Air Base und Trittenheim unterzeichnet.

Auch bei den Weinköniginnen gab es überraschende Momente:

  • die Repräsentantin des Jahres 1982/83, Angelika I., (Clüsserath) nahm zugleich das Amt der Gebietsweinkönigin wahr
  • der königlichen Weinhoheit des Jahres 1989/90, Lydia II. (Bollig), sollte es vergönnt sein, den deutschen Wein international als Deutsche Weinkönigin für die Jahre 1991/92 zu repräsentieren, nachdem sie zuvor schon das Gebiet Mosel-Saar-Ruwer vertrat.
  • 1999 wird ein afrikanischer Monarch zum Weinkönig gekürt; der 50-jährige Cephas Bansah - Oberhaupt der 206 000 Angehörigen des Ewe-Volkes in der Volta-Region im Osten Ghanas - repräsentierte ein Jahr lang den Rebensaft