[Fortsetzung Weinlagen]

1868 erscheint  die „Saar- und Mosel-Weinbau-Karte für den Regierungsbezirk Trier“[1]; sie listet die auf Trittenheimer Gemarkung bekannten "Lagen“ auf, die für Weinbau genutzt werden (die Schreibweise folgt der Vorlage):

Ortsseitig (von Westen her): 

Laurentiusberg,
Olk,
Galgenberg
und Weierbach

Rechte Moselseite (von Westen):  

In der Perig,
Pergerkopf,
Im Fusswingert,
Fahrfels,
In den Gährteilen [sic], 
Kaulsbor,
In den Sonnteilen,
In der Graulay,
Im Neuberg,
Unter Peil auf der Fahrt.

 

1898 und 1905 gibt der Trierer Buchhändler Heinrich Stephanus die „Weinbau-Karte von den Gebieten der Mosel und Saar im Maßstab 1 : 60000“[2] heraus. Die Ausgabe des Jahres 1898 führt als Trittenheimer Weinlagen auf:

Ortsseitig (von Westen her): 

Laurentiusberg,
Olk,
Falkenberg,
Galgenberg
und Weierbach

Rechte Moselseite (von Westen):  

Am Fahr,
Ober Peil,
Unter Peil.

In der Ausgabe des Jahres 1905 werden dann genannt:

Ortsseitig (von Westen her): 

Laurentiusberg,
Olk,
Falkenberg,
Galgenberg,
Weierbach

Rechte Moselseite (von Westen):  

Unter Pail auf der Fahrt,
Im Neuberg,
In der Graulay,
Unter Peil,
In den Sonnteilen,
In den Gähteilen,
Am Fahr,
Im Fusswingert,
Pergerkopf,
In der Perig,
In der Kucht,
Auf dem alten Haus.

1914 folgt eine weitere Ausgabe, in der zu lesen ist:

"Trittenheim (l.[inkes Ufer]). Station der Moseltalbahn (121,55 [km]), auch Station Hetzerath; Kahnstation. Größe der Weinbaufläche: 91 Hektar, davon 21 mit Kleinberger, 2.-8. Klasse. Durchschnittlicher Jahresertrag 232 Fuder. Weinbergslagen:
Laurentiusberg,
Olk,
Päul [d.i. Paiel],
Fahr,
Galgenberg,
Falkenberg,
Hermesberg,
Weiherbach,
Neuberg,
Sonnteilen,
Fußwingert,
Althaus,
Auf dem Fahr.
Weingutsbesitzer: [Friedrich-Wilhelms-]Gymnasium in Trier, Priesterseminar in Trier. Gasth.: Trithemius, M.J. Clüsserath.
Feste Moselbrücke."

Fritz Goldschmidt gibt 1920 ein Buch heraus mit dem Titel „Deutschlands Weinbauorte und Weinbergslagen“ (Mainz 1920). Darin will er die zu seiner Zeit „in den einzelnen Orten existierenden Weinbergs-Lagenamen, insoweit solche feststellbar und gebräuchlich“ zusammen tragen. Zur "Feststellung des Verzeichnisses der Weinbergslagenamen" greift auf die "Hülfe der Bürgermeistereien“ zurück.

Die Zusammenstellung ist insofern bedeutsam, als sie auf dem Hintergrund des Weingesetzes von 1909 geschrieben wurde. Die einschlägigen Paragrafen des damals geltenden Warenbezeichnungsgesetzes waren nicht mehr genau genug. So schuf das Gesetz 1909 in der Etikettenfrage für den gewerbsmäßigen Verkehr von Wein klarere Bezüge, weil „geographische Bezeichnungen  nur zur Kennzeichnung der Herkunft verwendet werden [dürfen]".

Im Abschnitt zu Trittenheim lesen wir (hier vollständig zitiert; vgl. S. 108):

„Trittenheim, M. , Kreis Trier.

Weinbergslagen:
Unterm Karl,
Auf Scheckelerweg,
Beim Heidenburgerpfädchen,
Mockenlay,
In der Gall,
Hinzenberg Geistrift,
Schneekaul,
Auf Leernich,
Auf dem Scheckelerweg,
Auf'm alten Haus,
Im Neuntert,
In der Kucht,
In der Perrig,
Auf'm Pergerkopf,
Im Vogelsang,
Hinterm Fahrhaus im Fußwingert,
Fahr-Fels,
In den Jöchteilen [recte: Gähteilen],
Am Fritzen Weinberg,
Aufm Kaulsbohr,
Unter Paiel,
In den Samteilen [recte: Sonnteilen],
In der Held,
Im Neuberg,
In der Graulay,
Unterm Paiel auf der Fuhrt,
In der Jungfeld [recte: Jungheld],
Hinkellay,
Bitschberg,
Auf Rackelsgraben,
Beim Rackelsgraben,
Im Falkenberg,
Im Falkenberg ober dem Pfädchen,
Im Jalkenberg [recte Falkenberg] unter dem Pfädchen,
In der Letsch,
Gehlenberg,
Fankelter,
Im Laurentiusberg,
In der Scheif [sic],
Auf Saarlei,
Mühlenpäden,
Im Buhlenberg,
Im Trifus,
Lauerberg,
Auf'm Artenweg,
Zwergfeld ober Lauerberg,
Zwergfeld,
Weingarten auf'm Sträßchen,
Auf'm Artenweg,
Unterm Artenweg,
Heisertchen,
Viertelwingert,
Olkgarten,
Herresgarten,
Im 2ten Wäldchen,
Im Wäldchen zum Galgengraben,
Im Galgenberg,
In der Weierbach.

Es werden hauptsächlich gepflanzt: zirka 54 Hektar Weißwein. Hauptsächlich vorkommende Traubensorte: Riesling.“

Nicht jeder aufgeführte Flurname diente tatsächlich zur Bezeichnung des Lagennamens auf Etiketten; soweit nachweisbar, sind im vorstehenden Text die auf Etiketten nachgewiesenen Lagenamen fett gesetzt.

Welche Weine via Etikett wohl wirklich bekannt wurden, zeigt die Beschreibung von Felix Meyer. Meyer fragte, „wer kennt nicht den Trittenheimer Laurentiusberg, Weierbach, Graulay, Neuberg, Leiterchen, Fahrfels, Altärchen, Falkenberg, Sonnteil, Gärteil  [sic], Fusswingert, Neuntert, Kaulsbohr und Olk?" (S. 115).

Von diesen Flurnamen tauchen als Weinlagennamen im Laufe der Jahrzehnte bis zur Neuordnung der Weinlagen im Jahre 1971 (§ 21) besonders häufig auf:

Trittenheimer Altärchen[3]

Trittenheimer Apotheke[4]

Trittenheimer Clemensberg[5]

Trittenheimer Fahrfels[6]

Trittenheimer Falkenberg[7]

Trittenheimer Hermesberg[8]

Trittenheimer Laurentiusberg [9]

Trittenheimer Neuberg[10]

Trittenheimer Olk[11]

Trittenheimer „Porriger Kupp“ (=Pergerkopf) (=Per[r]ig) [12]

Trittenheimer Sonnteil[13]

Trittenheimer Weierbach[14]

Nach der Novellierung des Weingesetzes 1971 bleiben zwei Weinlagen – Trittenheimer Altärchen und Trittenheimer Apotheke – sowie die beiden Einzellagen Leiterchen und Felsenkopf.

 Christoph Schmitt