Joseph Gräff

Joseph Gräff: war Landgerichtsrat in Trier; 1848 Abgeordneter der preußischen Nationalversammlung (linker Flügel)

26.06.2016

Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande XVII (1851) S. 221 (Miscellen)

Trittenheim an der Mosel 8. März. Vor etwa 10 Tagen fanden Arbeiter in dem hiesigen Gemeindewalde, auf dem rechten Moselufer, etwa eine Stunde von hier, bei Aufwerfung eines Waldgrabens ungefähr zwanzig, zum Theil noch gut erhaltene Aschenkrüge mit Knochenresten, die sie aber aus Unkenntniss, weil sie kein Geld darin fanden, zerschlugen. Etwa 200 Schritte von dieser römischen Begräbnissstätte finden sich römisches Gemäuer, zahlreiche Ziegel und Stücke von Estrich, so wie auch Spuren einer Wasserleitung. Wahrscheinlich hatten die Römer hier ein verschanztes Lager unter Constantin, welches mit dem Hauptlager in Neumagen, das nur eine Stunde davon entfernt ist, in Verbindung stand. [Vgl. Ausonius Moselgedichte, lat. und deutsch von E. Böcking, 1845. V. 10. f. Et tandem primis Belgarum conspicor oris Noiomagum, divi castra inclita Constantini — und hiezu die Anmerkung S. 73., wonach noch jetzt von der Constantinusburg in dem Fellerschen Garten unverkennbar römische Mauerreste sich finden. F— g.] Die Ergebnisse weiterer Nachgrabungen, welche ich anstellen lassen werde, sollen dem Vereine mitgetheilt werden.
N. Liehl, kathol. Pfarrer.